Archiwum Państwowe w Bydgoszczy, Akte: Betrifft des Grundstück Gr, Markt Nr 13, Eigenthümmer: ud. Conitzer, Neubau Kaufhaus Schwetz, Signatur: 6/199/0/1.7/41

Tag 2 – unsere Tour durch Polen: Das Archiv von Bydgoszcz oder in Marienwerder gibt es nichts zu sehen

Am Morgen ziehen wir los und kaufen im ehemaligen Kaufhaus Conitzer ein. Allerdings hat Rossmann nun einmal Rossmann Dinge, dafür braucht man nicht nach Polen fahren. Trotzdem fühlt es sich gut an, im ehemaligen Kaufhaus Conitzer eine Tüte Hafermilch Barista zu kaufen. Ins Innere des Kaufhauses kommen wir nicht, die Verkäuferin im Café an der Straße ist eine unüberwindbare Hürde. Wir geben auf und machen uns auf den Weg in das Archiv.

Das Archiv von Bydgoszcz liegt in einem modernen Gebäude mit den besten Arbeitsplätzen. Im Archiv ist das Wichtigste hilfsbereiten und freundlichen Mitarbeiter zu begegnen. Wir haben Glück: In Bydgoszcz sind alle furchtbar nett und helfen uns weiter. Das Naturgesetz der Archive lautet: Bestellst du einen Haufen Akten, dann fehlen immer ein paar aus deiner Liste. Dieses Mal fällt es dem Mitarbeiter sogar selber auf. Wir bekommen zwei Akten nach dem Mittag nachgeliefert. Wir blättern, fotografieren und freuen uns über jede maschinengeschriebene Seite. Leider sind viele Seiten per Hand geschrieben, und wir brauchen jedes Mal eine Ewigkeit den Inhalt zu verstehen. Wer kann heutzutage noch Sütterlin lesen?

Archiwum Państwowe w Bydgoszczy, Akte: Ankauf von Parzellen von Conitzer, Dokument in Sütterlin, Signatur: 6/189/0/3.7.12/2332 

Wir sind wahrscheinlich die einzigen Menschen auf dieser Welt, die diese Akten jemals gelesen haben. In meiner Akte liegen noch die Blätter aus einer vergangenen Zeit. Sie sind schön getrocknet und platt gedrückt.

Wir entdecken noch andere schöne Dinge, wie dieses Siegel von Rudolf Conitzer an einem Umschlag in einer Akte über sein Kaufhaus in Schwetz.

Archiwum Państwowe w Bydgoszczy, Akte: Betrifft des Grundstück Gr, Markt Nr 13, Eigenthümmer: ud. Conitzer, Siegel Rudolf Conitzer, Signatur: 6/199/0/1.7/41

Als wir endlich fertig sind, ist es bereits nachmittags. Wir setzen uns ins Auto und fahren Richtung Marienburg. Vorher wollen wir uns Marienwerder anschauen. Leider steht hier fast kein Gebäude, das vor 1945 gebaut wurde. Der Zweite Weltkrieg hat von der alten Stadt Marienwerder nur die Kirche übrig gelassen. Auf dem Marktplatz versuchen sie, die Vergangenheit wieder zu beleben. Es sieht gut aus, leider stellt sich das Gefühl vom alten Glanz der Stadt nicht ein. Es ist schade. Die wunderschöne Kirche im Hintergrund ist noch da, so hat das Auge immerhin einen Orientierungsort. In Marienwerder gab es zwei Geschäfte. Beide Gebäude stehen leider nicht mehr. Die Dunkelheit arbeitet gegen uns. Wir fahren weiter nach Marienburg und berichten morgen vom nächsten Kaufhaus.

Standort des ehemaligen Kaufhauses M. Conitzer & Söhne in Marienwerder (rechts am Durchgang zur Kirche), Foto. Sven Heine
Kaufhaus M. Conitzer & Söhne Marienwerder (rechts am Durchgang zur Kirche), Quelle: Zeitgenössische Postkarte, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, via Wikimedia Commons
Standort des Zweitgeschäftes der Firma M. Conitzer & Söhne Marienwerder, Foto: Valentina Holt
Zweitgeschäft der Firma M. Conitzer & Söhne Marienwerder, Quelle: Walter Waschu: Der Conitzer Konzern und seine Anschlusshäuser, Berlin 1930, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, via Wikimedia Commons

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