Unser Vortrag in Tangerhütte

Kaum sind wir am Bahnhof Tangerhütte aus der aus der Bahn gestiegen, grüßt uns das ehemalige Kaufhaus Conitzer & Co. Wir fahren vorbei und winken kurz. Natürlich hat uns der immer aufmerksame Albrecht Will in Empfang genommen. Es ist schon Abends, Abendbrot vorbereitet und wir sind müde. Wir kommen wieder versprochen.

Eine kurze Nacht später stehen wir vor der Wilhelm-Wundt-Schule in Tangerhütte. Wir sind erstmal sprachlos. Eine Aula so schön wie eine Kirche. Das Licht fällt durch die bunten Fenster in den Raum. Wenn wir ganz leise sind, hören wir sogar das Gurren der Tauben, die sich in einem Fenster ein Nest gebaut haben. Frau Evelyn Benze und Herr Patrik Groß, der Direktor der Schule, begrüßen uns. Es ist alles perfekt vorbereitet. Laptop anschließen und los geht es.

Die Stuhle sind schon aufgebaut. Frau Benze beruhigt uns, wir haben ein paar mehr Stühle hingestellt, damit hier und da ein Stuhl zwischen den Gästen freibleiben kann. Wir atmen erst einmal durch. Später müssen dann sogar noch mehr Stühle geholt werden. Der Saal ist voll.

Wir erzählen vom Beginn der Kaufhäuser in Westpreußen. Dem Ende ebendort und dem Neuanfang für Nathan Arendt in Tangerhütte. Valentina erzählt die persönliche Geschichte ihres Großvaters, der fünf Wochen im KZ Sachsenhausen inhaftiert war und dann nach Bolivien emigrieren musst und ihrer Urgroßeltern, die dem Sohn nachreisten.

Am Ende konnten wir hoffentlich alle Fragen der Gäste beantworten. Zum Ende bedanken für uns bei Albrecht Will und der Schule Wilhelm-Wundt für die Gastfreundschaft. Schönen Dank auch an die zahlreichen Tangerhütter, die zu dem Vortrag gekommen sind und sich die Zeit genommen haben, diesen Teil der Geschichte zu hören.

Nachmittags haben wir dann noch einen Spaziergang unternommen. Das Kaufhaus sollte seine Aufmerksamkeit bekommen. Das Haus steht in der Mitte des Ortes. Es ist eines der alten Häuser, die noch heute den Ort prägen und ihm ein Gesicht verleihen. Ein bisschen mehr Aufmerksamkeit könnte das Haus vertragen. Leider steht es leer. Im Fenster der Tür verblasst langsam der Name MM Moden. Den Namen MM Moden finden wir ein paar Geschäfte weiter wieder. Der Inhaber will aber nichts mit uns und dem ehemaligen Kaufhaus zu tun haben. Ein Blick in das Innere war uns daher nicht möglich. Wir behelfen uns also unserer Vorstellungskraft und nehmen Abschied. Herr und Frau Arendt winken uns nochmal zu. Langsam verblasst das Bild in unserem inneren Auge. Wir steigen in den Zug nach Stendal und sagen auf Wiedersehen.

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